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Marketingmitteilung
  • Kapitalmarkt
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  • 24.09.2026
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EB-SIM

Kapitalmarktausblick: Chancen erkennen, Risiken breit streuen 

Geopolitische Konflikte, steigende Energiepreise und eine veränderte Zinslandschaft prägen derzeit die Kapitalmärkte. Im Kapitalmarktausblick der EB-SIM am 23. September 2026 erläuterten Chief Investment Officer Sebastian Kösters, Portfoliomanager für Renten Georg Mikus und Portfoliomanager für Aktien Jan-Erik Fäßler, welche Perspektiven sich daraus für Anleihen, Aktien und breit aufgestellte Portfolios ergeben.

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Die Kapitalmärkte bewegen sich in einem anspruchsvollen Spannungsfeld: Die Wachstumsaussichten haben sich abgeschwächt, geopolitische Unsicherheiten bleiben hoch und die Inflation hat zuletzt wieder angezogen. Gleichzeitig zeigen sich Wirtschaft und Arbeitsmärkte bislang widerstandsfähig. Für Anlegerinnen und Anleger kommt es deshalb weniger darauf an, einzelne kurzfristige Entwicklungen vorherzusagen. Entscheidend ist vielmehr, die veränderten Rahmenbedingungen richtig einzuordnen und Portfolios breit aufzustellen. 

Wirtschaft wächst langsamer, bleibt aber stabil 

Die Wachstumserwartungen für die Eurozone und die USA wurden gegenüber dem Jahresbeginn nach unten korrigiert. Dennoch wird in beiden Regionen weiterhin mit positiven Wachstumsraten gerechnet. Dabei zeigt sich die US-Wirtschaft robuster, während Europa stärker von geopolitischen Risiken und höheren Energiepreisen betroffen ist.  

Auch die Arbeitsmärkte senden insgesamt stabile Signale. Die Arbeitslosenquoten haben sich bislang kaum verändert, während die Löhne in Europa und den USA weiterhin steigen. Automatisierung und künstliche Intelligenz verändern zwar einzelne Tätigkeitsfelder. Auf gesamtwirtschaftlicher Ebene sind bislang jedoch keine größeren Verwerfungen erkennbar.  

Inflation: Der Blick richtet sich auf die Energiepreise 

Die Gesamtinflation liegt nach der Einordnung im Webinar in Europa und den USA bei rund 3,5 Prozent. Wesentlicher Treiber sind die gestiegenen Energiepreise. Andere Komponenten, etwa Wohn- und Dienstleistungskosten, zeigen sich bislang deutlich stabiler. 

Der entscheidende Punkt ist, ob die höheren Energiekosten auf weitere Bereiche der Wirtschaft übergreifen. Solche Zweitrundeneffekte sind derzeit noch nicht deutlich ausgeprägt. Mit zunehmender Dauer der geopolitischen Konflikte wächst jedoch das Risiko, dass Unternehmen höhere Kosten weitergeben und daraus zusätzlicher Inflationsdruck entsteht. Dies ist nach Einschätzung der Referenten derzeit ein Risikoszenario, nicht das Basisszenario.  

Anleihen: Das höhere Zinsniveau schafft wieder Ertragsspielräume

Nach Jahren äußerst niedriger Zinsen hat sich das Bild an den Anleihemärkten grundlegend verändert. Staats- und Unternehmensanleihen bieten wieder substanziellere laufende Renditen. Gleichzeitig sorgt die Form der Zinskurve dafür, dass längere Laufzeiten wieder stärker vergütet werden. Dieser laufende Ertrag kann einen Puffer bilden, falls die Zinsen weiter steigen. Sollten die Zinsen dagegen sinken, könnten zusätzlich Kursgewinne entstehen.  

Auch Unternehmensanleihen profitieren von der höheren laufenden Verzinsung. Veränderungen der Marktzinsen oder Risikoaufschläge können die Wertentwicklung weiterhin beeinflussen. Ihr relativer Effekt fällt bei einem höheren Ausgangsrenditeniveau jedoch geringer aus als während der Niedrigzinsphase. 

Aktien: Chancen bleiben, Auswahl gewinnt an Bedeutung 

Trotz hoher Indexstände sehen wir weiterhin Chancen an den Aktienmärkten. Allerdings gilt diese Einschätzung nicht gleichermaßen für alle Regionen, Branchen und Unternehmen. Höhere Zinsen und geopolitische Risiken haben die Bewertungen gegenüber dem Jahresbeginn reduziert, während steigende Gewinnerwartungen die Kurse gestützt haben. 

Bei der Bewertung der Aktienmärkte lohnt sich ein Blick auf ihre veränderte Zusammensetzung. Der Anteil der Informationstechnologie am MSCI World ist von weniger als zehn Prozent im Jahr 2016 auf fast 30 Prozent im August 2026 gestiegen. Gleichzeitig nahm die Profitabilität vieler Technologieunternehmen deutlich zu. Das höhere Bewertungsniveau des Gesamtmarktes ist damit teilweise das Ergebnis einer veränderten Sektorstruktur und höherer Unternehmensmargen.  

Zugleich ist die Konzentration innerhalb großer Aktienindizes gestiegen. Die zehn größten Werte machten zum 31. August 2026 rund 27 Prozent des MSCI World aus. Ihr Anteil am Renditebeitrag war 2026 bis Ende August jedoch geringer als in einigen Vorjahren. Die Marktentwicklung verteilte sich damit zuletzt wieder auf eine breitere Gruppe von Unternehmen, was als gesundes Zeichen für den Aktienmarkt gesehen wird.  

Die Schlussfolgerung lautet daher nicht, Aktien grundsätzlich zu meiden. Vielmehr gewinnen eine bewusste Auswahl sowie die Streuung über Unternehmen, Branchen und Regionen an Bedeutung. Insbesondere eine einseitige Konzentration auf wenige große US-Technologiewerte kann zusätzliche Portfoliorisiken schaffen.  

Diversifikation bleibt der entscheidende Portfoliobaustein 

Auch die Zusammensetzung breit aufgestellter Portfolios verändert sich. Im Webinar wurde ein beispielhaftes Multi-Asset-Portfolio mit einer Zielvolatilität von 7,5 Prozent betrachtet. Aufgrund der gestiegenen Zinsschwankungen und der vergleichsweise stabilen Aktienmärkte weist die aktuelle Modellallokation einen höheren Aktienanteil auf als zwölf Monate zuvor.  

Dabei bleibt die Streuung über verschiedene Anlageklassen entscheidend. Alternative Anlagen können dazu beitragen, die Abhängigkeit von Zinsentwicklungen und Unternehmensgewinnen zu verringern. Die Modellrechnungen zeigen, wie sich durch ihre Beimischung das erwartete Rendite-Risiko-Verhältnis eines Portfolios verändern kann.  

Gold beispielsweise kann sich in bestimmten Marktphasen anders entwickeln als Aktien und Anleihen und dadurch zur Diversifikation beitragen.  

Grafik 4: Rendite trifft Diversifikation 

Fazit: Nicht die eine Anlageklasse entscheidet 

Das wirtschaftliche Umfeld ist von zahlreichen Unsicherheiten geprägt, bleibt aber grundsätzlich positiv. Das höhere Zinsniveau eröffnet neue Perspektiven für Anleihen. An den Aktienmärkten bestehen weiterhin Chancen, wobei Auswahl und weltweite Streuung wichtiger werden. Alternative Anlageklassen können das Portfolio ergänzen und zusätzliche Diversifikation schaffen.  

Für Anlegerinnen und Anleger bedeutet das: Es geht nicht darum, sich ausschließlich für Aktien, Anleihen oder alternative Anlagen zu entscheiden. Entscheidend ist ihre sinnvolle Kombination, abgestimmt auf die individuellen Anlageziele und die persönliche Risikotragfähigkeit.

Rechtliche Hinweise: 

Dies ist eine Marketingmitteilung, deren Inhalte von der EB-Sustainable Investment Management GmbH (EB-SIM), einer Tochtergesellschaft der Evangelischen Bank eG (EB), nach bestem Urteilsvermögen erstellt und herausgegeben wurden. Die Inhalte dieser Unterlage sind ausschließlich für Personen mit Wohnsitz bzw. gewöhnlichem Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland bestimmt. Eigene Darstellungen und Erläuterungen beruhen auf der jeweiligen Einschätzung des Verfassers zum Zeitpunkt ihrer Erstellung, auch im Hinblick auf die gegenwärtige Rechts- und Steuerlage, die sich jederzeit ohne vorherige Ankündigung ändern kann. Als Grundlage dienen Informationen aus eigenen oder öffentlich zugänglichen Quellen, die für zuverlässig gehalten werden. Für deren Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit steht der jeweilige Verfasser jedoch nicht ein. Alle Index- bzw. Produktbezeichnungen anderer Unternehmen als der EB-SIM bzw. der EB werden lediglich beispielhaft genannt und können Urheber- und markenrechtlich geschützte Produkte und Marken dieser Unternehmen sein. 

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