- Nachhaltigkeit
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- 21.05.2026
Neues Dokumentations- und Outcome-Bewertungssystem
Um die Transparenz und Konsistenz unserer Engagement-Berichterstattung weiter zu stärken, haben wir unseren internen Prozess zur Bewertung von Engagements mit der Methodik des Investorennetzwerks Shareholders for Change, dessen Mitglied die EB-SIM ist, harmonisiert. Ziel dieser Angleichung ist eine konsistente öffentliche Berichterstattung über unsere Engagement-Aktivitäten, die Vermeidung von Doppelstrukturen in der Dokumentation sowie eine einheitliche Bewertung der Engagement-Ergebnisse innerhalb des Netzwerks.

Der zentrale Zweck dieser Methodik besteht darin, den erreichten Stand eines Engagement-Prozesses zu dokumentieren und das Ergebnis des Dialogs mit den Unternehmen zu bewerten. Es ist wichtig zu betonen, dass es sich hierbei nicht um eine Methode zur Messung von Impact handelt. Vielmehr dient der Ansatz dazu, die Ergebnisse unserer Engagement-Aktivitäten strukturiert und transparent darzustellen sowie eine nachvollziehbare Bewertung der Fortschritte im Dialog mit Unternehmen zu ermöglichen.
Die Methodik basiert auf der Annahme, dass Engagements in der Regel zwei unterschiedliche Zielsetzungen verfolgen können. Abhängig von ihrem Schwerpunkt lassen sich Engagements in handlungsorientierte (action-oriented) und informationsorientierte (information-oriented) Engagements einteilen.
Handlungsorientierte Engagements liegen vor, wenn ein Unternehmen im Rahmen des Dialogs nicht nur Informationen austauscht, sondern konkrete Maßnahmen zusagt oder bereits Maßnahmen umsetzt, um auf ein Anliegen, eine Forderung oder ein identifiziertes Problem zu reagieren.
Informationsorientierte Engagements hingegen konzentrieren sich auf den Austausch von Informationen. In diesen Fällen stellt das Unternehmen vor allem Erläuterungen, Hintergrundinformationen oder Klarstellungen bereit, ohne sich auf konkrete Maßnahmen festzulegen. Der Schwerpunkt liegt hier auf Transparenz und Wissensaustausch.
Einige Engagements verfolgen ausschließlich eines dieser Ziele. Andere Engagements können jedoch sowohl informations- als auch handlungsorientierte Ziele umfassen. In solchen Fällen erhält ein Engagement zwei separate Bewertungen innerhalb der Methodik: eine für den Grad der Informationsoffenlegung und eine für den Fortschritt bei konkreten Maßnahmen oder Verpflichtungen. Dieser Ansatz ermöglicht es, die Ergebnisse unserer Engagement-Aktivitäten differenziert darzustellen, insbesondere wenn ein Dialog sowohl zu einer erhöhten Transparenz als auch zu konkreten Maßnahmen führt.
Diese doppelte Bewertung ergibt sich häufig aus einer schrittweisen Entwicklung des Engagements. In einer ersten Phase liegt der Fokus häufig auf der Einholung zusätzlicher Informationen und der Klärung von Sachverhalten. In einer späteren Phase werden konkrete Maßnahmen eingefordert oder Zusagen zur Umsetzung bestimmter Maßnahmen angestrebt. In diesen Fällen erhält das Engagement zwei Bewertungen: eine für den Grad der Informationsoffenlegung und eine für die erreichten Fortschritte bei Maßnahmen. Beide Bewertungen beziehen sich zwar auf denselben Dialog, müssen jedoch nicht übereinstimmen. So kann ein Unternehmen beispielsweise eine vollständige Offenlegung von Informationen (A in der Informationsskala) erreichen, während die Umsetzung konkreter Maßnahmen erst teilweise erfolgt ist (z. B. C in der Handlungsskala). Die beiden Bewertungen sind daher nicht unmittelbar miteinander zu vergleichen, sondern spiegeln unterschiedliche Aspekte desselben Engagements wider.
Zur Bewertung der Engagement-Ergebnisse wird eine Skala von A bis E verwendet. Dabei steht A für das beste Ergebnis und E für das niedrigste Engagement-Niveau. Die Skala ermöglicht es, Fortschritte im Dialog mit Unternehmen transparent darzustellen und Ergebnisse konsistent und strukturiert zu vergleichen.
Bewertungsskala für handlungsorientierte Engagements
Bei handlungsorientierten Engagements spiegelt die Bewertung den Grad der Verpflichtung und Umsetzung von Maßnahmen durch das Unternehmen wider:
- A – Vollständige Handlungszusage: Eine klare, datierte Zusage liegt vor oder die Maßnahme wurde bereits vollständig umgesetzt. Ein entsprechender Nachweis ist vorhanden (z. B. unterzeichneter Plan oder veröffentlichter Bericht).
- B – Teilweise Handlungszusage: Das Unternehmen sagt konkrete Teilmaßnahmen zu und legt einen definierten Zeitplan für deren Umsetzung vor. Erste Planungs- oder Umsetzungsnachweise können bereits vorliegen.
- C – Nur Anerkennung: Das Unternehmen erkennt das Problem an oder kommentiert es allgemein, ohne konkrete Maßnahmen oder einen Zeitplan vorzulegen.
- D – Unverbindliche Reaktion: Das Unternehmen antwortet zwar auf die Anfrage, zeigt jedoch weder eine klare Anerkennung des Problems noch die Absicht, Maßnahmen zu ergreifen.
- E – Keine Beteiligung: Es erfolgt keine Antwort oder das Unternehmen verweigert ausdrücklich die Teilnahme am Dialog.
Bewertungsskala für informationsorientierte Engagements
Bei informationsorientierten Engagements bewertet die Skala den Grad der Transparenz und die Qualität der bereitgestellten Informationen:
- A – Vollständige Offenlegung: Das Unternehmen stellt umfassende und klare Informationen zu den angefragten Themen bereit. Die Offenlegung erfolgt strukturiert und nachvollziehbar, etwa durch veröffentlichte Berichte, Richtlinien oder detaillierte Antworten.
- B – Weitgehende Offenlegung: Der Großteil der geforderten Informationen wird bereitgestellt. Die Angaben sind überwiegend klar und hilfreich, auch wenn einzelne Aspekte fehlen oder noch unklar sein können.
- C – Teilweise Offenlegung: Das Unternehmen stellt nur begrenzte oder teilweise relevante Informationen zur Verfügung. Die Angaben sind teilweise ungenau und reichen nicht aus, um alle wesentlichen Punkte vollständig zu bewerten.
- D – Minimale oder unzureichende Angaben: Das Unternehmen reagiert zwar auf die Anfrage, stellt jedoch nur rudimentäre und wenig aussagekräftige Informationen bereit, die kaum zur Bewertung des Themas beitragen.
- E – Keine Offenlegung / Verweigerung: Das Unternehmen reagiert nicht auf die Anfrage oder lehnt es ausdrücklich ab, relevante Informationen bereitzustellen.
Verbindung zur Theory of Change und zu unseren Engagement-Aktivitäten
Mit dieser Methodik können wir unsere Engagement-Berichterstattung an der Logik der Theory of Change ausrichten. Die Inputs bestehen aus den verschiedenen Engagement-Aktivitäten, die wir im Verlauf eines Dialogs durchführen, beispielsweise die Vorbereitung von Engagementbriefen, das Versenden von Anschreiben, Erinnerungen, Gespräche im Rahmen von Unternehmensdialogen sowie weitere Follow-up-Aktivitäten.
Die direkten Outputs dieser Aktivitäten spiegeln sich in den erreichten Engagement-Stufen und in der Reaktion der Unternehmen wider. Dazu gehören beispielsweise Meilensteine wie Concern Raised, Concern Acknowledged, Information Disclosed, Action Announced, Action Partially Taken oder Action Successfully Implemented. Gleichzeitig kann die Qualität der Unternehmensreaktion bewertet werden, beispielsweise als Excellent, Gut, Standard, Schwach oder Keine.
Durch die Beobachtung dieser Meilensteine – etwa durch Unternehmensantworten, Gespräche oder veröffentlichte Berichte – lässt sich das Ergebnis des Engagements systematisch bewerten. Die Outcome-Bewertung stellt somit eine Zusammenfassung der erreichten Meilensteine dar.
Dynamische Entwicklung der Engagement-Bewertung
Es ist wichtig zu berücksichtigen, dass sich die Bewertung eines Engagements im Laufe des Dialogs verändern kann, solange dieser noch andauert. Beispielsweise kann ein Unternehmen zu Beginn des Dialogs ein Problem zunächst anerkennen, was zu einer ersten Bewertung führt. Wenn das Unternehmen später konkrete Maßnahmen ankündigt, kann sich die Bewertung entsprechend verbessern. Werden diese Maßnahmen anschließend umgesetzt und beispielsweise in einem Nachhaltigkeits- oder Geschäftsbericht veröffentlicht, kann dies zu einer weiteren Anpassung der Bewertung führen.
Solange der Dialog mit dem Unternehmen fortgesetzt wird, kann sich die Bewertung daher entsprechend der erreichten Fortschritte weiterentwickeln. Erst mit dem formalen Abschluss eines Engagements wird die zuletzt erreichte Bewertung als endgültiges Ergebnis des Engagement-Prozesses festgehalten.